7 Tage in Entebbe – Review (BluRay)

Cover DVD - 7 Tage in Entebbe
© Entertainment One / Fox
Mit „7 Tage in Entebbe“ bringt uns am 13. September 2018 Entertainment One einen Politthriller in die heimischen Wohnzimmer der zwar in den 70er Jahren spielt, scheinbar jedoch (leider) Zeitlos ist.

In diesem Film von José Padilha bekommen wir eine weitere Verfilmung der realen Flugzeugentführung des Air France Fluges 139 vom 27. Juni 1976 zu sehen. Bis 1977 wurden gleich 3 Filme (Unternehmen Entebbe, … die keine Gnade kennen, Operation Thunderbolt) zu diesem Vorfall veröffentlicht. „7 Tage in Entebbe“ betrachtet die Geschehnisse dieser Woche nun mit etwas zeitlichem Abstand. Um die Entführung durch Terroristen, sowie die darauf folgende Militärische Operation, glaubwürdig und möglichst korrekt wiederzugeben, wurden viele Zeitzeugen interviewt.

Die Premiere von „7 Tage in Entebbe“ fand im Rahmen der Berlinale am 19. Februar 2018 statt.
Auf BD und DVD ist „7 Tage in Entebbe“ ab dem 13. September 2018, per VoD bereits seit dem 30. August 2018 erhältlich.

Worum geht es genau?

Ausgerüstet mit Schusswaffen, Handgranaten und Sprengstoff versucht sich eine Gruppe palästinensischer und deutscher Terroristen durch ein Flugzeugentführung Gehör zu verschaffen. Auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris stürmen die vier schwer bewaffneten Terroristen das Cockpit und zwingen die Piloten zur Landung auf dem Flughafen von Entebbe, Uganda. Das Ziel: ein Lösegeld von fünf Millionen Dollar und die Entlassung von 53 Freiheitskämpfern die sich weltweit in Gefangenschaft befinden. Im Hintergrund brodeln die Konflikte: Wird mit den Terroristen verhandelt oder wird es eine militärische Lösung des Problems geben? Auch die Ansichten der Entführer decken sich plötzlich nicht mehr wenn es um die Behandlung der Geiseln geht. Die Uhr tickt, denn die Nerven von Terroristen und Geiseln liegen blank. Die Situation droht jede Minute zu eskalieren.

 

Näher betrachtet

Beginnend mit einer Tanzgruppe auf einer Bühne irritiert „7 Tage in Entebbe“ zuerst ein wenig bevor die eigentlichen Geschehnisse vor und während der Entführung des Fluges erzählt werden. Hier möchten wir jedoch vorweg nehmen dass diese Anfangsszenen mit fortschreitendem Film mehr Sinn machen und am Ende das ganze Werk durchaus abrunden.

In den folgenden 107 Minuten erleben wir die Flugzeugentführung im Wesentlichen aus zwei Sichtweisen. Einmal blicken wir den Entführern über die Schulter die wiederum selbst aus zwei Lagern stammen, der „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ und der deutschen Terrororganisation „Revolutionäre Zellen“. Zum anderen erleben wir die Regierung Isreals die auf den Vorfall reagieren muss, selbst aber ebenfalls mit Premierminister Izchak Rabin und Verteidigungsminister Schimon Peres aus zwei Parteien besteht die unterschiedliche Ansichten haben. Die sonst häufig tiefer erzählten Geschichten der Geiseln bleiben hier weitgehenden aus. Entsprechend haben wir uns emotional ungewöhnlich wenig an Diese gebunden gefühlt. Einzig der Flugzeugingenieur trägt nennenswert etwas dazu bei ein wenig „Draht“ zu den Geiseln und Ihrer Situation zu bekommen.

In weiten Teilen des Films schwanken wir auf welcher Seite der Zuschauer nun stehen soll. Gerade weil der Film auf wahren Begebenheiten basiert ein emotional schwieriges Unterfangen. Ungern schlägt man sich auf die Seite von Terroristen, andererseits sind einige Beweggründe durchaus nachvollziehbar. Gleiches gilt für die israelische Regierung die auch in mehrere Richtungen agiert. Letztendlich haben wir den Film ohne Partei zu ergreifen einfach nur noch auf uns wirken lassen.

Ein gewisses Hintergrundwissen um die Geschichte des Nahostkonflikts ist sicher sehr von Vorteil da sich dem Zuschauer sonst viele Beweggründe nicht erschließen. Auch wenn der Film hier viel auf- und anreißt ist es einfach nicht möglich das Ganze in dieser kurzen Zeit komplett verständlich zu machen.

Was sich hier negativ anhört kann man so aber nicht dem Film anlasten. Dieser Fall ist ebenso wie der ganze Nahostkonflikt ein schwieriges Thema. Erzählerisch und handwerklich ist an „7 Tage in Entebbe“ absolut nichts auszusetzen.

Die Geschwindigkeit des Films ist durchweg gut, gleiches gilt für die Schauspielerische Leistung.

In den Hauptrollen sehen wir Daniel Brühl ( „Rush – Alles für den Sieg“, „Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück“) als Wilfried Böse und Rosamund Pike ( „Gone Girl – Das perfekte Opfer“, „Feinde – Hostiles“) als Brigitte Kuhlmann. In weiteren Rollen spielen u.a. Eddie Marsan („Deadpool 2″, „Ray Donovan“, „Atomic Blonde“) als Verteidigungsminister Shimon Peres, Lior Ashkenazi („Norman“) als der damalige israelische Premierminister Yitzhak Rabin, Denis Ménochet („Maria Magdalena“, „Assassin’s Creed“) als Flugzeugingenieur der Passagiermaschine Jacques Lemoine und Ben Schnetzer („Pride“) als israelischer Soldat Zeev Hirsch.

Bild und Ton sind einwandfrei und passend dem Szenario gestaltet.
Als Ton (Und Untertitel) haben wir Deutsch und Englisch jeweils in Dolby Digital 5.1 mit an Bord. Das Bild kommt im 2.39:1 Format daher.

2 Bonusinhalte werden mitgeliefert. Dabei handelt es sich um entfallene Szenen sowie ein Blick hinter die Kulissen.

 

Fazit:

Mit 7 Tage in Entebbe hat Regisseur José Padilha („Robocop“, „Tropa de Elite“, „Narcos“) einen durchaus spannenden Politthriller mit international bekannter Besetzung inszeniert. Nach umfangreichen Recherchen und Gesprächen mit Zeitzeugen wird hier ein Stück Zeitgeschichte erzählt das bis heute nichts von seiner Relevanz verloren hat. Wer sich ein wenig für die Geschichte des Terrorismus in Bezug auf den Nahostkonflikt interessiert bekommt hier einen sehenswerten und nicht überzogenen Film geboten.

7 Tage in Entebbe

7.2

Wertung

7.2/10

Pros

  • Glaubwürdig inszeniert
  • Schauspielerische Leistung
  • Lässt dem Zuschauer Freiraum selbst zu urteilen
  • Sehr gute Geschwindigkeit

Cons

  • Hintergrundwissen über den Nahostkonflikt nötig

Heiko Alexander

Mein Name ist Heiko Alexander und bin 1978 geboren. Also bin ich schon eine ganze Weile auf diesem Planeten. Schon seit meiner frühen Jugend bin ich leidenschaftlicher "Filmekucker". Aus diesem Grund besuche ich so oft es geht das Kino und habe auch Zuhause ein kleines Filmarchiv. Da ich gerne über Filme und alles drumherum diskutiere, bewege ich mich nicht nur in entsprechenden Foren und Gruppen sondern betreibe auch diese Seite. Jede Review stellt nur meine eigene, ganz persönliche, Meinung dar. Die kann, muss sich aber nicht mit Eurer decken. Ich bitte dies immer zu berücksichtigen. Aber gerne können wir über die unterschiedlichen Ansichten plauern - sprecht mich einfach an.

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