Feinde-Hostiles – Review (BluRay)

© Universum Film
Am 12. Oktober 2018 bringt uns Universum Film das Westerndrama „Feinde – Hostiles“ als DVD, BD, 4k und VoD in unsere gemütlichen Heimkinos. Wir konnten die BluRay Variante bereits sichten und, soviel sei bereits verraten, wir sind beeindruckt.

Das Genre des Westerns ist nicht erst seit gestern etwas dünn besetzt mit neuen Filmen. Umso mehr haben wir uns gefreut mit „Feinde – Hostiles“ endlich einmal wieder etwas aus dieser Richtung in unseren Player legen zu können. Unter Regie von Scott Cooper (Black Mass) spielen hier Christian Bale (The Dark Knight, Exodus) und Rosamund Pike (Gone Girl, 7 Tage in Entebbe) die beiden traumatisierten Hauptrollen. Von der FSK bekam „Feinde – Hostiles“ nicht ganz ohne Grund den Stempel FSK 16, aber dazu später mehr.

Worum geht es in „Feinde – Hostiles“

Wir schreiben das Jahr 1892 als U.S. Army Captain Joseph „Joe“ J. Blocker, bereits vom Indianerkrieg gezeichnet, seinen letzten Auftrag vor der Pension erhält. Er soll den krebskranken Cheyenne Häuptling Yellow Hawk und seine Familienmitglieder, welche allesamt seit 7 Jahren inhaftiert sind, nach deren Haftentlassung in das Heimatgebiet des Stammes bringen. Das Gebiet liegt in Montana und ist mit dem Pferd mehrere Tagesreisen entfernt. Blocker weigert sich zunächst den Auftrag auszuführen da Yellow Hawk für viele tote Freunde und Kameraden in Blockers Umfeld verantwortlich ist. Yellow Hawk nun einen letzten Wunsch zu erfüllen ist ganz und gar nicht in seinem Sinne, bekommt aber von seinem Vorgesetzten und der direkten Anordnung des Präsidenten so viel Druck dass er seiner Pflicht ein letztes Mal, wenn auch wiederwillig, nachkommt. Auf dem Weg nach Montana stößt der Trupp um Blocker auf eine kleine abgebrannte Ranch inmitten derer Rosalee Quaid traumatisiert um Ihre von Komantschen ermordete Familie trauert. Nach dem Abschied und der Beerdigung Ihrer Familie begibt Sie sich mit auf den Weg nach Montana. Doch die Reise verläuft aufgrund von Begegnungen alles andere als friedlich und die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen.

Unsere Meinung

Langsam, leise und gleichzeitig schon fast erschreckend konsequent und brutal erzählt uns Scott Cooper die Geschichte um die Geschnissen des späten „wilden Westens“. Abgesehen von den wirklich tollen landschaftlichen Aufnahmen bleibt wenig von einer „Cowboy-Romantik“ wie man es aus anderen Filmen dieses Genres kennt. Genau genommen haben wir abgesehen von der Familie Quaid gar keine Cowboys in diesem Film. Und das ist gar nicht mal schlimm. In 134 Minuten, die sich auch genauso anfühlen, bekommen wir ein Bild gezeichnet in dem das übliche Gut und Böse so keinen Bestand hat. Zunächst waren wir aufgrund der Richtung ein wenig verwundert, so werden die Indianer Anfangs als tatsächlich brutale Verbrecher und Schlächter dargestellt. Erst im Laufe des Films stellt sich heraus dass es sowohl auf Seiten der Indianer, aber auch auf der Seite der Kavallerie / Siedler eben Solche und Solche gibt. Wer hier Freund und wer Feind ist verschwimmt in gekonnter Weise.

Die Erzählweise ist wie gesagt recht langsam und leise. Dies trägt sehr zu dem schwermütigen Gefühl bei das sich durch den ganzen Film zieht. Leise sind auch die meisten Dialoge und gerade die Rolle des Blockers ist eher einsilbig ausgelegt. Hier ist mit Christian Bale die Rolle perfekt besetzt. Einfach beeindruckend wie er diesem Charakter ein Gesicht und Emotion verleiht. Gleiches gilt für Rosamund Pike als Rosalee Quaid, was vor allem in der ersten Hälfte des Filmes auffällt.

Die Altersfreigabe liegt wie bereits gesagt bei einer FSK 16. Unserer Meinung nach geht das auch völlig in Ordnung so. Zum einen bedarf es für das Thema eines gewissen Hintergrundwissens was die Frühamerikanische Geschichte angeht. Zum anderen wird zwar ohne unnötiges „draufhalten“ der Kamera Gewalt dargestellt, aber die vorhandene Gewalt ist schon recht hart und unerbittlich ausgeführt. Hier wird auch nicht unterschieden zwischen Mann, Frau oder Kind. Gerade wenn Kinder sehen wie andere Kinder erschossen und Familien so zerstört werden kann dies unserer Meinung nach auf Kinder und Jugendliche verstörend wirken.

Bild und Ton sind technisch absolut in Ordnung und geben keinen Grund zur Kritik. Das Bild ist in 2,40:1 (16:9 anamorph) ausgeführt und der Ton kommt in DD 5.1 daher. Zur Sichtung lang uns die BluRay Version vor. Aufgrund der Landschaftsaufnahmen können wir hier aber auch sehr die 4k Variante empfehlen, falls entsprechende Abspiel- und Wiedergabegeräte vorliegen.

An Extras bekommen wir deutlich mehr als 1 Stunde Material im englischen Originalton zu sehen. Darunter Interviews mit dem Cast und dem Team die allesamt sehr interessant sind.

Fazit:

Wann merkt man spätestens dass ein Film alles richtig gemacht hat? Wenn man entweder lachend und gut gelaunt abschaltet oder aber bei ernsten Filmen selbst erst einmal ernst ist. Zumindest bei uns ist es so, dass immer wenn ein Film einen bleibenden Eindruck macht, wir erst einmal Sprachlos beim Abspann sitzen. Und dies war hier der Fall. Alles sacken und wirken lassen. „Feinde – Hostiles“ schafft es ohne ausgetrampelte Pfade zu betreten ein Drama in einem Western zu erzählen, das so sicherlich für lange Zeit in Erinnerung bleibt. Einziger Kritikpunkt könnte sein dass eine Verbindung etwas wenig tiefe bekommt (Mehr kann man wegen Spoileralarm nicht sagen). Wer Dramen und Western mag kommt hier einfach nicht Drumherum – unbedingt ansehen.

Feinde - Hostiles

8.4

Wertung

8.4/10

Pros

  • Tolle Szenerien
  • Ganz viel Emotionen
  • Tolles Schauspiel von Christian Bale
  • Western!

Cons

  • Eine Verbindung wird etwas dünn beleuchtet

Heiko Alexander

Mein Name ist Heiko Alexander und bin 1978 geboren. Also bin ich schon eine ganze Weile auf diesem Planeten. Schon seit meiner frühen Jugend bin ich leidenschaftlicher "Filmekucker". Aus diesem Grund besuche ich so oft es geht das Kino und habe auch Zuhause ein kleines Filmarchiv. Da ich gerne über Filme und alles drumherum diskutiere, bewege ich mich nicht nur in entsprechenden Foren und Gruppen sondern betreibe auch diese Seite. Jede Review stellt nur meine eigene, ganz persönliche, Meinung dar. Die kann, muss sich aber nicht mit Eurer decken. Ich bitte dies immer zu berücksichtigen. Aber gerne können wir über die unterschiedlichen Ansichten plauern - sprecht mich einfach an.

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