No Way Out – Gegen die Flammen – Review (BluRay)

© Studiocanal
Seit dem 11. Oktober 2018, ist „No Way Out – Gegen die Flammen“ auf DVD, BD, und 4k sowie VoD erhältlich. Wir haben die BluRay Variante für Euch gesichtet und sagen Euch was uns an dem Film gefällt und wo wir evtl. Schwächen sehen.

Bei manchen Filmen fällt es uns wirklich schwer ohne zu spoilern einen Bericht zu verfassen. Entweder weil es uns unter den Fingern brennt die ganzen WoW Momente zu beschreiben, oder aber weil Kritikpunkte genau dort angesiedelt sind wo etwas passiert. Eines dieser Probleme haben wir gerade. Lest einfach weiter dann werdet Ihr erfahren warum.

Mit „No Way Out – Gegen die Flammen“ haben wir seit längeren mal wieder ein einen Film vorliegen der sich in einem solchen Ausmaß mit dem Thema Feuerwehr und Feuer im Sinne von Naturkatastrophen beschäftigt. Das finden wir soweit schon einmal gut. Viel zu selten bekommen Feuerwehrleute die Aufmerksamkeit die sie verdienen. Ebenfalls gut ist dass es sich hierbei um ein auf wahren Begebenheiten basierendes Drama handelt und keine pure Action mit einem Dwayne Johnson der kleine Kinder aus irgendwelchen brennenden Hochhäusern rettet ist. Aber wir wollen dem Fazit nicht vorgreifen daher kommen wir zum nächsten Punkt.

Worum geht es in „No Way Out – Gegen die Flammen“?

Die speziell für Wald- und Flächenbrände ausgebildete Feuerwehreinheit rund um Eric Marsh bildet die zweite Reihe bei Einsätzen und hilft damit den sogenannten „Hot Shots“, den Elite-Einheiten die direkt am Feuer kämpfen. Eric Marsh setzt alles daran sein Team ebenfalls als Hot Shots zu qualifizieren. Während den Vorbereitungen zu diesem Vorhaben stößt der junge und Drogenabhängige Brendan McDonough zu dem bestehenden Team. Während einem der folgenden Einsätze besteht das Team die Hot Shots Prüfung und darf zukünftig selbst Feuer als ein solcher Elitetrupp bekämpfen. Als am 28. Juni 2013 ein durch Blitzschlag verursachtes Feuer auf dem Yarnell Hill in Arizona ausbricht, machen sich die 20 Männer, die sich inzwischen „Granite Mountain Hotshots“ nennen, auf den Weg, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Ein Routineeinsatz für die inzwischen erfahrene Elite-Einheit. Noch ahnt niemand, dass sich dieser Einsatz zu einem der verheerendsten Unglücke in der Geschichte der amerikanischen Feuerwehr entwickeln wird. Denn als der Wind dreht, finden sich die Männer inmitten einer gigantischen Feuersbrunst wieder.

 

Unsere Meinung

Der Regisseur Joseph Kosinski (Tron: Legacy, Oblivion) hat sich hier an eine, auf wahren Begebenheiten basierende, Geschichte begeben und erzählt diese in recht langen 134 Minuten. Eigentlich eine für ein Katastrophendrama annehmbare Zeit. Doch Zeit, bzw. deren Nutzung, ist hier ein wenig das Problem. Nicht nur gefühlt unendlich lange braucht Kosinski hier um an den Punkt zu kommen wo es tatsächlich an den verhängnisvollen Einsatz geht. Gut 3/4 der Gesamtspielzeit geht drauf um die 3 Hauptcharaktere zu zeichnen und einige Einsätze im Vorfeld zu zeigen. Gemessen an der Zeit die hier verwendet wird bleiben die Charaktere trotzdem relativ flach. Man kennt zwar die Hintergründe, findet trotzdem irgendwie keinen Draht zu Ihnen. Unserer Meinung nach hätte man hier mindestens eine halbe Stunde einsparen können und diese für den eigentlichen Einsatz investieren sollen. Die Bedrohung der Städte und Einwohner durch die Feuer ist nur am Rande erwähnt. Dadurch kommt es ein wenig zu kurz was überhaupt die Feuerwehrmänner dazu bewegt immer wieder ihr Leben zu riskieren.

An dieser Stelle ist es wichtig zu sagen dass wir hier keinen schlechten Film gesehen haben. Wir halten diesen Film trotz dieser unnötigen Längen für durchaus gut und vor allem wichtig. Zu selten werden die Menschen geehrt und gewürdigt die im Hintergrund jeden Tag ihr Leben aufs Spiel setzen um andere zu retten. Gerade auch in diesem Fall haben die Männer des Trupps und deren Familien es verdient dass die Geschichte erzählt wird. Mehr können wir hier leider nicht verraten sonst würden wir spoilern, zumindest wenn man den Fall nicht kennt und weiß was geschehen ist.

Kommen wir zur Besetzung. An den Schauspielern gibt es absolut nichts auszusetzen. Allesamt bringen hier eine mindestens gute, meist sogar sehr gute Leistung. Die Besetzung ist durchaus beachtlich. Wir haben in den beiden Hauptrollen Josh Brolin (Avengers, Deadpool 2, Sicario) als Eric Marsh, sowie Miles Teller (Die Bestimmung, War Dogs) als Brendan McDonough. Weitere Rollen sind ebenfalls sehr gut besetzt. Da wären zum Beispiel Jennifer Connelly (A Beautyful Mind, Hulk), Andie MacDowell (Muppets aus dem All, Plötzlich Star), Jeff Bridges (Tron: Legacy, R.I.P.D.) und Natalie Hall (All My Children).

Gerade im Bereich der Emotionen sehen wir hier eine außerordentliche Leistung. Schnell kann man hier als Schauspieler in das sogenannte „Overacting“ entgleiten, was aber in diesem Film kurz vor dieser Grenze stoppt und somit (soweit möglich) perfekt die Verzweiflung, Wut und den Schmerz darstellt den man in diesen Situationen hätte. Auf dieser Seite großes (Heim-)Kino.

Ebenfalls gut gefallen hat uns die komplette Gestaltung von Bild und Ton. Tolle Aufnahmen wurden hier geschaffen und machen wirklich Spaß anzusehen. Der Ton ist jederzeit auf den Punkt und passend. Technisch gesehen haben wir hier ein 16:9 / 2.40:1 Bild, kombiniert mit einem Dolby Digital 5.1 Sound.

Als Bonusmaterial sind einige schöne Inhalte mit an Bord. Wir haben ein Making of, Featurettes „Den Helden zu Ehren: Die wahren Geschichten“, „Das Team“, „Boot Camp: Ausbildung zum Hotshot“, außerdem geschnittene Szenen und Audiokommentare von Josh Brolin und Regisseur Joseph Kosinski, sowie einige Trailer.

Fazit:

„No Way Out – Gegen die Flammen“ ist ein durchaus sehr guter Film, der das Potenzial hätte ganz vorne im Genre mitzuspielen. Einzig dieses schlechte Zeitmanagement fällt wirklich negativ auf. Dafür dass die Charaktere nur relativ flach bleiben und man keine Bindung aufbaut fällt die Einführung einfach viel zu lange aus. Das überragende Schauspiel der Darsteller und die sehr gute optische Gestaltung sollte trotzdem erwähnt werden. Insgesamt kommen wir auf eine durchaus positive Bewertung, nur eben mit ein wenig Enttäuschung im Gepäck.

No Way Out - Gegen die Flammen

7.3

Wertung

7.3/10

Pros

  • Tolle Schauspielerische Leistung
  • Wunderbar gestaltetes Bild
  • Eine viel zu seltene Würdigung der Feuerwehr
  • Sehr gute Besetzung
  • Emotional

Cons

  • Zuviel Zeit für eine zu flache Einführung
  • Eigentliches Einsatz und die Folgen kommen zu kurz

Heiko Alexander

Mein Name ist Heiko Alexander und bin 1978 geboren. Also bin ich schon eine ganze Weile auf diesem Planeten. Schon seit meiner frühen Jugend bin ich leidenschaftlicher "Filmekucker". Aus diesem Grund besuche ich so oft es geht das Kino und habe auch Zuhause ein kleines Filmarchiv. Da ich gerne über Filme und alles drumherum diskutiere, bewege ich mich nicht nur in entsprechenden Foren und Gruppen sondern betreibe auch diese Seite. Jede Review stellt nur meine eigene, ganz persönliche, Meinung dar. Die kann, muss sich aber nicht mit Eurer decken. Ich bitte dies immer zu berücksichtigen. Aber gerne können wir über die unterschiedlichen Ansichten plauern - sprecht mich einfach an.

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