Safari – Match Me If You Can – Review (BluRay)

© Concorde
Deutscher Film – Was bei den einen sofort einen Schauer über den Rücken laufen lässt führt bei den anderen zu einem freudigen Grinsen in das Gesicht. Wir als Reviewer / Kritiker haben dabei das schwere Los immer möglichst unvoreingenommen zu sein. So war es dann auch als uns „Safari – Match Me If You Can“ ins Haus flatterte.

Nein wirklich, deutscher Film kann erfrischend leicht sein (Fack Ju Göhte) aber auch richtig anstrengend oder ermüdend. Nicht wenige verdrehen inzwischen die Augen wenn Sie Filme hören die anfangen mit „Von / Mit Schweig…“. Ein Stück weit nachvollziehbar. Nun färbt das natürlich auch auf andere deutsche Produktionen ab. Manchmal zurecht, häufig auch zu unrecht.

Aber wie sieht das denn nun bei „Safari – Match Me If You Can“ aus? Nun, ohne vorgreifen zu wollen kann man aber schon sagen dass dieser Film die Zuschauer ebenso spaltet wie die ganze deutscher Film Thematik.

Fangen wir leicht an. Worum geht es denn?

Safari – das ist die neue Dating-App, die Erfüllung aller Flirt-Wünsche. So „matcht“ Pilot Harry die Influencerin Lara, während seine Frau im wahren Leben David therapiert, der via Safari seine Jungfräulichkeit verlieren will und bald die erfahrene Mona datet. Der alleinerziehende Life hofft auf schnellen Sex, während Veganerin Fanny ihren Familienwunsch erfüllen möchte und dabei auf Verführer Arif trifft. Bald schon denken alle nur an eins – Flucht oder Liebe? Match me if you can…

 

Was kann denn nun Safari?

Der oben stehende Text entstammt nicht unserer Feder sondern ist wie man schon erkennen kann ein PR Text. Tatsächlich fasst dieser aber den ganzen Film ganz gut zusammen. Ja das geht in der Kürze. Soweit erst einmal dazu.

Regisseur Rudi Gaul hat gemeinsam mit Friederike Klingholz das Drehbuch für Safari geschrieben. Verpflichtet wurden zum Teil einige doch recht bekannte Gesichter des deutschen Films. Mit Dabei sind unter anderem Sebastian Bezzel („Grießnockerlaffäre“, „Vatertage“), Juliane Köhler („Schoßgebete“, „Nirgendwo in Afrika“), Justus von Dohnányi („Männerherzen“, „Frau Müller muss weg“), Sunnyi Melles („Die Vermessung der Welt“,  „Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen“), Max Mauff („Victoria“, „Die Welle“) und Friederike Kempter („SMS für Dich“, „Tschick“).

Wer sich „Safari – Match Me If You Can“ anschaut fühlt sich unweigerlich ein wenig an Filme wie „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“ erinnert. Ein Film der schon vor über 20 Jahren sehr unterschiedliche Meinungen produzierte. Bei „Safari“ wird nun also die Partnersuche auf einen aktuellen Stand gehoben – Dating Apps. Von der fiktiven Dating App Safari hat dann auch der ganze Film seinen Namen. Ein wenig wundert uns dass hier Apple nicht gemeckert hat, heißt doch deren Browser App Safari. In dieser Dating App ist einer der Profilfragen „Welches Tier wärst du am ehesten“. Die Antwort ist dann gleichzeitig eine Art Codewort um sich bei einem Date gegenseitig zu identifizieren.

Der Grundgedanke des Films ist in einem Zeitalter von Snapchat, Instagram und eben auch Tinder sicher ein guter und dem Zeitgeist entsprechender Ansatz. So waren wir anfangs noch recht positiv gestimmt. Gute Thematik, ansprechender Cast – da kann nicht viel schief gehen. Doch kann es. Leider wird hier sehr tief in die Klischeekiste gegriffen. Auch sind die Charaktere allesamt Stereotypen die so Gläsern sind dass man es nicht einmal für übel nehmen kann dass diese kaum echte Hintergründe erhalten. Dazu ist der ganze Film Episodenhaft aufgebaut. Bis gegen Ende wird nicht wirklich klar wo denn nun der rote Faden des Films versteckt ist. Ein echter Handlungstrang fehlt fast komplett. Man bekommt ein wenig den Eindruck dass hier schnell 8 Stereotypen erschaffen wurden die nun in mehreren Episoden zusammengewürfelt werden um zu schauen wie diese miteinander agieren würden. Auf die letzten Meter kommt es hier noch zu einer ganz interessanten Konstellation mehrerer Charaktere die sich mehr oder weniger durch die App untereinander kennen.

Am Ende sitzen wir aber da und fragen uns: Was wollte uns der Film nun sagen? Wir haben keine wirkliche zusammenhängende Story gesehen. Weder emotional noch auf der Humorebene wurden wir abgeholt. Der spannendste Teil war sicherlich dass man sich die meiste Zeit gefragt hat was nun aus dem Mädel ganz am Anfang wurde, die hat man dann nämlich erst wieder am Ende gesehen. Ganz vergessen haben wir den „erotischen“ Part des Films.

Natürlich ist diese Dating App in erster Linie dazu da um Bettgeschichten zu finden. Entsprechend geht es auch um genau diesen Punkt am meisten. Wer macht es wie mit wem. Das Ganze mit relativ viel nackter Haut und durchaus offener Sprache. Leider ist auch das nicht wirklich ansprechend präsentiert. Wer also hofft wenigstens Gefühle in der Lendengegend zu bekommen wird auch enttäuscht sein.

Der 109 Minuten lange Film hat eine FSK 12 bekommen was gemessen heutiger Maßstäbe wohl ok ist. Trotzdem können wir den Film für diese Altersklasse nicht empfehlen. Ein so junger Zuschauer wird einfach noch sehr viel weniger damit anfangen können und wenn gemeinsam mit den Eltern geschaut wird sind Fremdschäm Momente vorprogrammiert.

Technisch ist die uns vorliegende BluRay Disc auf dem Stand der Dinge – wird aber auch bei diesem Material nicht wirklich gefordert. Ein paar Extras sind auch mit an Bord.

Kommen wir zum Fazit.

Insgesamt kommen wir trotz der an sich durchaus potenziell interessanten Thematik zu keinem so tollen Gesamtergebnis. Die vorhandenen Ansätze von Humor oder vielversprechende Konstellationen werden entweder im Keim erstickt oder von schlechten Folgeszenen erschlagen. Einige der Darsteller sind redlich bemüht etwas Tolles aus dem Film zu machen, aber mit dem Konzept des Drehbuchs ist dies leider kaum möglich.

Im Vorfeld haben wir uns bereits Zuschauerkritiken angesehen und dort festgestellt dass es durchaus auch Fans dieses Filmes gibt. Wir gehören sicher nicht dazu, aber jeder Geschmack ist unterschiedlich. So bleibt es bei Euch, liebe Leser und Zuschauer, selbst zu entscheiden ob Ihr Spaß an dem Film habt oder nicht. Es muss ja nicht immer der Neukauf zum Release sein – schaut mal rein wenn der Film im Angebot ist oder im (Pay)TV läuft.

„Safari – Match Me If You Can“, erschein am 31.Januar 2019 als DVD, Blu-ray und digital.

Safari – Match Me If You Can

5.3

Wertung

5.3/10

Pros

  • Zeitgemäßes Thema
  • Eigentlich gute Schauspieler
  • Stellenweise Lustig

Cons

  • Keine durchgängige Story
  • Flache Stereotypen

Heiko Alexander

Mein Name ist Heiko Alexander und bin 1978 geboren. Also bin ich schon eine ganze Weile auf diesem Planeten. Schon seit meiner frühen Jugend bin ich leidenschaftlicher "Filmekucker". Aus diesem Grund besuche ich so oft es geht das Kino und habe auch Zuhause ein kleines Filmarchiv. Da ich gerne über Filme und alles drumherum diskutiere, bewege ich mich nicht nur in entsprechenden Foren und Gruppen sondern betreibe auch diese Seite. Jede Review stellt nur meine eigene, ganz persönliche, Meinung dar. Die kann, muss sich aber nicht mit Eurer decken. Ich bitte dies immer zu berücksichtigen. Aber gerne können wir über die unterschiedlichen Ansichten plauern - sprecht mich einfach an.

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