Die Winzlinge – Abenteuer in der Karibik – Review (Kino)

© Futurikon Films – Ifilmfilm – France 3 cinéma
Ein Real-/Animationsfilm aus Frankreich der komplett ohne auch nur ein einzig gesprochenes Wort auskommt? Ja, da darf man vielleicht einmal kurz skeptisch sein. Aber ob diese Skepsis berechtigt ist? Wir klären auf und verraten was Euch und Eure Kinder im Kino ab dem 21. Februar 2019 erwartet.

Tatsächlich kannten wir den ersten Teil von „Die Winzlinge“ nicht und fanden nur den Trailer sehr knuffig. Dass hier ein Film kommt der anders ist als andere wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ein früheres Vorurteil, dass Europäische Filme und insbesondere welche aus Frankreich, nichts taugen, haben wir schon lange hinter uns gelassen. Seit wir diese Seite betreiben wurde uns schon mehr als einmal bewiesen, dass auch in unseren direkten Nachbarländern richtig gute Filme entstehen. Neben der Vermischung von Real- und Animationsfilm hat „Die Winzlinge 2 – Abenteuer in der Karibik“ noch eine weitere Besonderheit – Der Film kommt komplett ohne gesprochenes Wort aus. Da wir uns dessen erst bewusst wurden als wir den Film gesehen haben, war die Verwunderung zunächst sehr groß. Aber, soviel sei schon verraten, „Die Winzlinge“ schaffen es trotzdem den Zuschauer zu begeistern.

Aber worum geht es denn? (Pressetext)

Bei einem heimlichen Ausflug in die Kastanienfabrik seines Dorfes landet ein junger unerschrockener Marienkäfer versehentlich in einer Pappschachtel und wird in die Karibik verschifft. Ohne zu zögern, begibt sich sein Papa auf eine abenteuerliche Reise, um den geliebten Nachwuchs zu finden. Kaum wieder vereint, stehen sie vor der nächsten Herausforderung: Die Heimat ihrer neuen karibischen Marienkäferfreunde ist in Gefahr, von einer großen Baufirma zerstört zu werden. Zum Glück kann unser Held auf seine tierischen Freunde zählen, allen voran die schwarze Ameise und die clevere Spinne, die aus der Heimat zu Hilfe eilen! Gemeinsam entwickeln sie einen ausgeklügelten Plan, um das idyllische Paradies zu retten.

 

Unsere Meinung

Es ist erstaunlich was hier entstanden ist. Es ist wahnsinnig schwer einen Film komplett ohne Sprache zum Funktionieren zu bringen. Gerade Animationsfilme bieten sich ja auch an um lustige Stimmen und flotte Sprüche einzubauen. Die meisten von diesen Filmen funktionieren genau deswegen und wären anders gar nicht vorstellbar. Und jetzt kommen „Die Winzlinge“ um die Ecke und zeigen durch liebevoll gemachte Charaktere dass es eben auch ohne geht. Es ist schon große Kunst wie hier Emotionen transportiert werden mit Hilfe relativ simpel gestalteter Figuren, Tönen und einer tollen musikalischer Untermalung. Aber der Film fordert auch. Und zwar die volle Aufmerksamkeit. Mal eben auf das Handy sehen (Bitte nicht im Kino!) oder nur hinhören reicht nicht. Sofort gehen wichtige Informationen verloren da man ja nicht nebenbei das gesprochene Wort verfolgen kann.

Schenkt man dem Film die nötige Aufmerksamkeit wird man nach recht kurzer Zeit wirklich gespannt zuschauen und mitfiebern. Zu jeder Zeit weiß man was einem die „Hauptdarsteller“ sagen wollen ohne dies zu tun. Und mal ehrlich… sprechende Marienkäfer, Ameisen und Spinnen? Wie unrealistisch ist das denn bitte?

Genug der (nicht vorhandenen) Worte. Kommen wir zum eigentlichen Film. Unter der Regie von Hélène Giraud und Thomas Szabo entstand hier eine herzergreifende Geschichte von ganzen 89 Minuten Länge. Für eine derartigen Film nicht wenig Laufzeit. Aber auch wenn die Geschichte relativ langsam erzählt wird ist diese nie langweilig. Passiert gerade nichts wesentliches, erfreut man sich einfach der tollen Musik und der wirklich toll in Szene gesetzten Aufnahmen von Landschaften und Mikro Kosmen. Leider konnten wir nicht die 3D Version sichten, sind uns aber sicher dass Sie richtig gut ist, das Bild gibt es her und es würde uns sehr wundern wenn an diesem Punkt nicht die gleiche Liebe an den Tag gelegt wurde wie bei  dem Rest des Film. Die animierten Figuren verschmelzen perfekt mit der realen Umwelt, auch nicht selbstverständlich.

Die Geschichte transportiert viele Themen und Emotionen. Verantwortungsbewusstsein, Mut und Erwachsen werden gehört ebenso dazu wie Ängste und sogar Umweltrelevantes. Um diese Emotionen aufzufangen gehört eine gewisse Empathie dazu. Ob diese alle Kinder in sehr jungem Alter aufbringen können ist etwas fraglich. Aber auch sehr junges Publikum findet genug Dinge zur Belustigung und zum Staunen. An sich ist die Geschichte natürlich relativ überschaubar und schnell erzählt, Plot Twists sind hier nicht vorhanden, erwartet aber wohl auch niemand bei einem Kinderfilm.

Fazit

Wer wirklich einen hochwertigen Animationsfilm sehen möchte, der ein gewisses Niveau hat und Aufmerksamkeit fordert, ist bei diesem Film sehr gut aufgehoben. Selbst uns als Erwachsene hat der Film erreicht und wir werden sicherlich auch den ersten Teil nachholen. Die fehlende Sprache hat uns genau das, nämlich nicht gefehlt.

„Die Winzlinge 2 – Abenteuer in der Karibik“ läuft ab dem 21. Februar im Kino. 

 

Die Winzlinge 2 - Abenteuer in der Karibik

8

Wertung

8.0/10

Pros

  • Tolles Bild
  • Sehr gute Musik
  • Für Klein
  • Für Groß
  • Recht Emotional

Cons

  • Keine Sprache - Stört vielleicht einige Zuschauer

Heiko Alexander

Mein Name ist Heiko Alexander und bin 1978 geboren. Also bin ich schon eine ganze Weile auf diesem Planeten. Schon seit meiner frühen Jugend bin ich leidenschaftlicher "Filmekucker". Aus diesem Grund besuche ich so oft es geht das Kino und habe auch Zuhause ein kleines Filmarchiv. Da ich gerne über Filme und alles drumherum diskutiere, bewege ich mich nicht nur in entsprechenden Foren und Gruppen sondern betreibe auch diese Seite. Jede Review stellt nur meine eigene, ganz persönliche, Meinung dar. Die kann, muss sich aber nicht mit Eurer decken. Ich bitte dies immer zu berücksichtigen. Aber gerne können wir über die unterschiedlichen Ansichten plauern - sprecht mich einfach an.

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