Assassination Nation – Review (BluRay)

© Universal
Gesellschaftskritik kann man auf viele Weisen verpacken. Im Falle von „Assassination Nation“ passiert das ziemlich intelligent und vor allem – blutig. Wir haben uns den Film, der am heutigen 29.03.2019 auf Blu-Ray, DVD und VoD raus kommt, für Euch angesehen.

Was würde passieren wenn alle unsere „Online-, Social-Media- und Chat-Sünden“ öffentlich würden? Was, wenn in einer ganzen Kleinstadt jeder die Sünden des anderen kennt? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Gesellschaftssatire „Assassination Nation“. Und das auf eine „ungemütliche“ Art und Weise. Denn ein großer Teil der Menschen, auch hier in Deutschland, hat seine „Leichen im Keller“. Für Euch haben wir uns auf diesen Film eingelassen und gesichtet. Bekommen haben wir etwas anderes als wir erwartet hätten – zum Glück.

Darum geht es (Pressetext):

Highschool-Schülerin Lily lebt das ganz normale Leben eines amerikanischen Teenagers im 21. Jahrhundert. Ihr Alltag ist bestimmt von den sozialen Medien und auch sie chattet, postet und fotografiert ununterbrochen. Doch dann beginnt ein anonymer Hacker damit, die Smartphones und Laptops der Bewohner des kleinen Städtchens Salem zu knacken und intime Details für alle sichtbar zu posten. Und als ob das noch nicht schlimm genug wäre, sieht es auch noch so aus, als wären Lily und ihre Freundinnen Sarah, Em und Bex dafür verantwortlich. Schnell bricht in Salem das absolute Chaos aus, die Einwohner gehen aufeinander los. Lily und ihre Freundinnen sehen sich in einen gnadenlosen Kampf ums Überleben verwickelt, als die mordlüsterne Meute über sie herfällt.

 

 

Unsere Meinung:

Als wir den Film bekamen haben wir befürchtet hier viel trashiges serviert zu bekommen ohne Substanz. Weit gefehlt. „Assassination Nation“ holt den Zuschauer auf eine unbequeme Art direkt ab und konfrontiert einen vermutlich nicht unerheblichen Teil davon mit eigenem Verhalten. Niemand gibt öffentlich zu fragwürde Dinge mit anderen Nutzern von irgendwelchen Apps, Webseiten oder Sonstigem zu teilen. Jeder weiß aber dass es diese Personen gibt, auch im eigenen Bekanntenkreis. Jeder für sich ist natürlich ein Saubermann(/frau), ist ja klar.

Schon gleich am Anfang wird man mit Trigger Warnungen überschüttet, die jedoch nur bedingt wirklich ernst zu nehmen sind. Aber es bereitet darauf vor ein breites Thema an sozialen Problemen präsentiert zu bekommen. Und das ist auch so. Bei „Assassination Nation“ treffen eine Menge Themen aufeinander welches jedes für sich alleine manchmal ganze Filme behandelt.

Im ersten Teil des Filmes wird man ein wenig abgeholt und so einige werden sich heimlich selbst wiederfinden. Und auch die ersten Auswüchse von Datenleaks sind durchaus glaubwürdig. Was ist wenn peinliche Details über sexuelle Vorlieben eines Bürgermeisters an das Tageslicht kommen? Rücktritt wird gefordert. Was ist wenn einem Lehrer oder Rektor vorgeworfen wird freizügige Bilder seiner kleinen Tochter zu machen? Natürlich gehen die Eltern auf ihn los. Aber das ist erst der Anfang in „Assassination Nation“ – hier wird die Idee ausgeweitet und auf eine ganze Kleinstadt weitergesponnen sowie um zahlreiche Lügen ergänzt was zum totalen Chaos führt. Wie unglaublich passend hier der Name der Stadt ist – „Salem“, in der Geschichte bekannt für seine Hexenjagd.

Im zweiten Teil wird es dann deutlich blutiger und auch unglaubwürdiger. Aber das ist nötig um das Groteske der Situation in die Hirne der Zuschauer zu hämmern. Der Vergleich zu „The Purge“ ist hier schnell zu ziehen. Viele Szenen könnten genau diesem Film entstammen. Und ohne zu spoilern: Der Schluss passt genau ins Bild unserer heutigen Zeit und gibt noch einmal den Todesstoß für unsere eigene Gesellschaft.

Sam Levinson zeichnet sich für Regie und Drehbuch verantwortlich und macht hier einen wirklich guten Job. Die Schauspieler sind allesamt gut besetzt und spielen solide. Hier und da würde man sich etwas mehr Emotion in den Charakteren wünschen. Hier ist aber schwer zu sagen ob dies am können liegt oder an dem was gefordert wurde.

Das Bild ist durchweg gut gelungen und wird durch einige interessante Kameraeinstellungen aufgewertet. Der Ton ist teilweise sehr bass lastig – das freut uns sehr, die Nachbarn weniger.

Ansonsten kommt die BluRay mit ein paar Extras daher – hier könnte jedoch durchaus etwas mehr im Paket sein.

Fazit:

Ein gelungener Film der vorhandenes Verhalten der Gesellschaft auf die Spitze treibt und einem nicht nur einen Spiegel vorhält, sondern einem diesen auch noch voll ins Gesicht schlägt. Abgesehen von wenigen Erzählschwächen und etwas emotionslosen (Neben-)Charakteren ein wirklich guter Film – der allerdings ziemlich polarisiert.

Assassination Nation

6.8

Wertung

6.8/10

Pros

  • Spiegel der Gesellschaft
  • Guter Sound

Cons

  • Etwas "drüber" am Ende
  • Mehr Emotion bei den Nebencharakteren wäre toll gewesen

Heiko Alexander

Mein Name ist Heiko Alexander und bin 1978 geboren. Also bin ich schon eine ganze Weile auf diesem Planeten. Schon seit meiner frühen Jugend bin ich leidenschaftlicher "Filmekucker". Aus diesem Grund besuche ich so oft es geht das Kino und habe auch Zuhause ein kleines Filmarchiv. Da ich gerne über Filme und alles drumherum diskutiere, bewege ich mich nicht nur in entsprechenden Foren und Gruppen sondern betreibe auch diese Seite. Jede Review stellt nur meine eigene, ganz persönliche, Meinung dar. Die kann, muss sich aber nicht mit Eurer decken. Ich bitte dies immer zu berücksichtigen. Aber gerne können wir über die unterschiedlichen Ansichten plauern - sprecht mich einfach an.

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