Green Book – Eine besondere Freundschaft – Review (BluRay)

Poster Green Book
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Endlich. Endlich und eigentlich viel zu spät, konnten wir uns ein eigenes Bild vom hochgelobten Film „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ machen. Für alle die diesen Film auch noch nicht kennen sagen wir Euch ob es sich lohnt ab dem 19. Juni 2019 (DVD und Blu-Ray Start) in diese Scheibe zu investieren.

Es gibt Filme die sind scheinbar richtig gut und räumen Preise ab, werden aber von uns erst gesichtet wenn diese in einem Heimkino tauglichen Format vorliegen. Meistens handelt es dabei um Filme die weniger Bild oder Soundgewaltig daherkommen. Meist bereuen wir dies auch nicht. Da wir nur ein kleines (wenn auch wachsendes) Team sind haben wir nicht die Möglichkeit alles rechtzeitig im Kino zu sichten. So kommt es dass es in erster Linie Blockbuster sind, welche die große Aufmerksamkeit im Kino geschenkt bekommen. Dramen, Komödien und ähnliches wird dann häufig verschoben bis die Heimkinoversionen veröffentlicht werden. Meistens ist dies auch völlig in Ordnung, es stellt sich kein schlechtes Gefühl ein.

Bei „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ war dies etwas anders. Permanent hatten wir das Gefühl hier etwas verpasst zu haben. Daher war die Freude groß als uns unser Blu-Ray Rezensionsexemplar ins Haus geflattert kam. Würde „Green Book“ halten was wir uns insgeheim versprechen? Sind die erhaltenen Awards berechtigt? Unsere Meinung findet Ihr weiter unten.

First Things First – Worum geht es in „Green Book – Eine besondere Freundschaft“? (Pressetext)

Tony Lip (Viggo Mortensen), ein Italo-Amerikaner aus der Bronx, der sein Geld hauptberuflich als Türsteher verdient, wird von dem kultivierten und begnadeten afroamerikanischen Pianisten Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) als Fahrer engagiert. Die beiden Männer, die gegensätzlicher nicht sein könnten, begeben sich 1962 auf eine Konzert-Tournee durch die Südstaaten. Doch tief im Süden der USA weht ein anderer Wind – und so müssen Tony und Dr. Shirley ihre Reise in Zeiten der Rassentrennung nach dem sogenannten „Green Book“ planen, einem Reiseführer für schwarze Autofahrer, der die wenigen Unterkünfte und Restaurants auflistet, die auch schwarze Gäste bedienen.

 

 

Unsere Meinung

Golden Globes, Oscars und vieles mehr hat dieser Film im Jahr 2018 abgeräumt. Dabei muss man immer ein wenig aufpassen. Oftmals bekommen Filme und Schauspieler Awards aus Gründen die sachlich betrachtet wenig mit dem Film oder Schauspiel zu tun haben. Da sind es vielleicht aktuelle Stimmungen, grundsätzliche gesellschaftliche, oder schwere Themen wie der zweite Weltkrieg, die einem Film eine gewisse Tragweite zuschreiben. Nicht immer zurecht. Ähnliches hatten wir bei „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ ein wenig befürchtet. Das Thema Rassismus ist gerade historisch gesehen in den USA immer wieder ein Punkt der ein (zurecht) schlechtes Gewissen auslöst. Schnell passiert es aus diesem schlechten Gewissen heraus einen entsprechenden Film etwas zu gut, oder wichtig, zu befinden.

Hier können wir jedoch komplett Entwarnung geben. „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ hat zurecht in 2018 ordentlich Preise abgeräumt. Auch, oder vielleicht gerade, weil unter der Regie von Peter Farrelly (Dumm und Dümmer, Verrückt nach Mary, Movie 43) eben trotz des schwierigen Themas kein schweres Drama entstanden ist. Natürlich ist das Thema ernst. Es wurde hier aber ohne bunt und laut zu sein herrlich leicht verpackt. Wir haben hier die richtige Mischung bekommen zwischen Drama, Roadmovie und ein wenig Buddykomödie.

Die Geschichte von „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ ist an realen Ereignissen angelehnt. Recht nah an den wahren Begebenheiten dürfte der Film auch liegen da kein geringerer als Tony Vallelongas Sohn, Nick Vallelonga, einer der Produzenten und Drehbuchautoren war. Diverse Nebenrollen wurden ebenfalls mit Familienmitgliedern besetzt, wenn auch nicht in den tatsächlichen Rollen. Sogar der Schmuck welcher von Linda Cardellini als Dolores Vallelonga trägt, ist der Originale den Tonys Frau tatsächlich trug.

Die Story selbst bietet viele Möglichkeiten diesen Film zu gestalten. Es wäre möglich gewesen hier ein lautes und evtl. sogar brutales Bild zu zeichnen. Völlig richtig wurde hierauf jedoch verzichtet. Selbst auf der Reise entstehende Konfliktsituationen werden sehr ruhig und feinfühlg dargestellt.

Das Zusammenspiel zwischen Viggo Mortensen (Der Herr der Ringe, The Road, Captain Fantastic) als Tony „Lip“ Vallelonga und Mahershala Ali (Predators, Die Tribute von Panem, Alita: Battle Angel) als Don Shirley funktioniert auf einer ganz besonderen Ebene. Ebenso wie die Rollen völlig unterschiedlich angelegt sind, unterscheiden sich auch die beiden Schauspieler selbst. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, gelingt es beiden diese Unterschiede perfekt dem Zuschauer zu vermitteln.

Im Bereich Kamera und Musik wurde gute Arbeit geleistet. Hier gibt es zwar wenig überraschendes oder imposantes, doch ist der Look und die Untermalung stets stimmig. Musik ist zwar neben Rassismus und Freundschaft ein wichtiges Thema, wird jedoch sehr dosiert eingesetzt. Hier wäre vielleicht noch ein wenig mehr durchaus schön gewesen.

Das Bonusmaterial der DVD & Blu-ray enthält die Featurettes „Eine virtuose Darstellung“, „Unvergessliche Freundschaft“ und „The Green Book – Damals und Heute“. Das Bonusmaterial hat eine Laufzeit von ca. 13 Minuten. Da der Film wirklich toll war wünscht man sich hier noch etwas mehr.

Fazit

Alles in allem hat uns „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ sehr gut gefallen. Und abschließend kann man sagen: Ja wir hätten diesen Film bereits im Kino sehen sollen. Obwohl er bei weitem nicht die Kinotechnik ausreizt hätten wir diese Geschichte über Freundschaft einfach gerne viel früher gesehen. Ab dem 19. Juni 2019 könnt Ihr diesen Film kaufen – und sei auch jedem Filmfan wärmstens empfohlen. Es handelt sich um 129 Minuten gute Unterhaltung.

Green Book - Eine besondere Freundschaft

8.4

Wertung

8.4/10

Pros

  • Interessantes Thema
  • Glaubwürdig
  • Tolles Zusammenspiel der Darsteller
  • Pefekter Mix aus Drama und Roadmovie

Cons

  • Mehr Musik wäre toll gewesen
  • Etwas wenig Extras

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