Der König der Löwen (2019) – Review (Kino)

© Disney
Eine vielleicht etwas andere Review zu „Der König der Löwen“ (2019) erwartet Euch hier bei uns. Diese Review erfolgt nämlich komplett ohne Beeinflussung durch Eindrücke des gleichnamigen 1994er Originals. Warum? Weil der selbsternannte Herr Filmkritiker hier einen sehr dunklen Fleck auf seiner Weste hat. Ja, ich habe den Originalfilm niemals gesehen!

Hakuna Matata? Mufasa? Nein danke, ich habe bereits gegessen. So oder so ähnlich war es aus als ich die 2019er „Realfilm/Animations-Version“ von König der Löwen gesehen habe. Nein, natürlich sagen mir die Namen etwas und ich kenne auch die Handlung des Filmes grob, sowie einige bekannte Szenen. Trotzdem ist es für ein Filmfan natürlich eigentlich nicht tragbar eine solche Filmische Bildungslücke zu besitzen. Aber, immerhin erlaubt es mir eine Beurteilung des Films ohne emotionale Einflüsse / Vergleiche des Originals.

„Neutral wie die Schweiz“ schaute ich mir also den König der Löwen an. Im Vorfeld habe ich den Trailer schon etliche male vor anderen Filmen im Kino gesehen und jedes Mal hat er Emotionen in mir geweckt. Löwenbabys können das. Sehr gut sogar. Ob der Film selbst das auch geschafft hat lest Ihr im weiteren Verlauf.

Für alle die auch keine Ahnung haben: Darum geht es in „Der König der Löwen“ (Pressetext)

In den unendlichen Weiten Afrikas wird ein künftiger König geboren: Simba, das lebhafte Löwenjunge, vergöttert seinen Vater, König Mufasa, und kann es kaum erwarten, selbst König zu werden. Doch sein Onkel Scar hegt eigene Pläne, den Thron zu besteigen, und zwingt Simba, das Königreich zu verlassen und ins Exil zu gehen. Mit Hilfe eines ausgelassenen Erdmännchens namens Timon und seines warmherzigen Freundes, des Warzenschweins Pumbaa, lernt Simba erwachsen zu werden, die Verantwortung anzunehmen und in das Land seines Vaters zurückzukehren, um seinen Platz auf dem Königsfelsen einzufordern.

 

 

 

Unsere Meinung

Disney schwimmt weiter auf seiner Realfilm Welle. Gut, nun ist Realfilm hier relativ zu verstehen. Auch wenn quasi nichts an realen Schauplätzen entstanden ist und wohl kein einziges Tier echt ist wirkt es gänzlich anders. Abgesehen von den Stellen wo Tiere eindeutig sprechen oder nicht Ihrer Art entsprechenden Bewegungen machen fällt es quasi nicht auf das wir hier animierte Tiere vor uns haben. Und da muss man direkt einmal sagen: Ein echter Meilenstein der Technik. In dieser Perfektion wir das noch nicht gesehen. Respekt.

Die Story ist bekannt und braucht wohl nicht weiter erwähnt werden. Simba, der Sohn von Mufasa, soll eines Tages das Königreich anführen. Mufasas Bruder Scar sieht das etwas anders und versucht selbst an die Macht zu kommen, mit nicht unbedingt ehrenvollen Mitteln. Die Geschichte ist schön erzählt und auch der stattfindende Zeitsprung ist schön verpackt. Das hat man schon deutlich schlechter gesehen. Durch die Trailer vorbelastet und durch Erzählungen von Fans des Originals etwas vorgewarnt haben wir auf die großen Emotionen gewartet. Die hat uns „Der König der Löwen“ jedoch nur bedingt gebracht. Ja so 2 oder 3 Szenen waren schon ergreifend. Aber es ging nicht so sehr ans Herz wie vermutet.

Das bringt uns auch direkt zu dem Punkt der Erwartungshaltung und dem Vergleich mit dem Original. Wie gesagt fehlt mir als Schreiberling dieser Review der Vergleich komplett. Ich kann mir jedoch durchaus vorstellen dass hier einige andere Kritiker deutlich vorbelasteter sind und ggf. auch schon in Ihrer Kindheit oder Jugend mit dem Original in Kontakt kamen. Dann dürfte die Emotionale Bindung deutlich größer sein und ein Vergleich fast schon unterbewusst stattfinden. Und gegen diese dürfte der neue Film keine Chance haben. Dies sieht man auch oft in anderen Kritiken zu „Der König der Löwen“. Damit wollen wir anderen Kritikern nicht Ihre Unbefangenheit oder Professionalität absprechen. Aber echter Abstand hilft da viel.

Doch kommen wir zurück zum eigentlichen Film. Sowohl dramatische als auch humorvolle Stellen werden stets gut und richtig betont. Nichts wirkt deplatziert oder unglücklich dargestellt. Bild und Ton sind perfekt aufeinander abgestimmt und transportieren immer die richtige Emotion. Die Musik wirkt jedoch dann sogar für uns etwas befremdlich da es sich nicht um die Originalmusik von damals handelt die natürlich durchaus auch über den Film hinaus bekannt ist. Das ist etwas Schade.

Über Schauspieler brauchen wir nicht zu sprechen. Im Englischen Originalton werden die Charaktere von echten Stars wie Beyonce gesprochen. In Deutschland sind es wie gewohnt überaus talentierte Syncronsprecher.

Die Frage ob man dieses Remake gebraucht hätte lässt sich für uns mit „ja“ beantworten. Viele Filmfans haben ein Problem mit späten Fortsetzungen und Remakes. Wir sehen das ein wenig anders. Selbst wenn dieses Remake schlecht geworden wäre hätte es in keiner Weise das alte Werk negativ beeinflusst. Und so ist das bei jedem Film. Lasst Remakes eine Chance, wenn Sie schlecht sind könnte Ihr diese ja dann einfach ignorieren.

Fazit

„Der König der Löwen“ ist für uns auch der König der Animation. Hier werden klar neue Maßstäbe gesetzt. Die Story ist den meisten bekannt, und mindestens solide. „Der König der Löwen“ macht Spaß, vor allem wenn man ihn unbefangen schauen kann. Eine klare Empfehlung von uns. Geht ins Kino, sicherlich läuft er noch eine ganze Weile.

Der König der Löwen (2019)

8

Wertung

8.0/10

Pros

  • Genial animiert
  • Schöne Story
  • Guter Soundtrack

Cons

  • Leider nicht die Original Lieder
  • Nicht ganz so emotional wie erwartet

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